Die Ingwerproduktion der PuroVerde eG

Scharfe Knolle – Große Wirkung

Bio-Ingwer erfreut sich immer größerer Beliebtheit in Europa denn er wird, vielseitig verwendbar, gerne zum Verfeinern von Speisen oder auch zur präventiven Gesunderhaltung in der kalten Jahreszeit verwendet. Was jedoch die wenigsten wissen: Bio-Ingwer aus den Tropen wird von dem Bakterium Ralstonia 1 bedroht. Ist ein Feld erst einmal von Ralstonia befallen, kann dort für Jahrzehnte nicht mehr angebaut werden. Das hat zur Folge, dass beständig neue Flächen erschlossen werden müssen. Häufig geschieht dies durch Rodung von Primärwäldern. Für Kleinbauern und noch intakte Ökosysteme ist das ein gravierendes Problem.

Die PuroVerde eG hat eine Lösung entwickelt, die sauberes Ingwersaatgut aus dem Labor produziert und in einem naturnahen Anbausystem sicher bis zur Ernte bringen soll. Dieser ungewöhnliche Produktionsprozess ist einerseits zeit- und kostenintensiv, andererseits leistet er eine Pionierarbeit, die für alle einen Nutzen bringt. Das ökologisch sinnvolle Anbausystem der PuroVerde eG schützt und regeneriert den Boden, zudem schafft es ein gesundes Ökosystem in und um die Felder. Die PuroVerde eG unterstützt mit ihrer Arbeit die lokalen Strukturen, eröffnet Absatzmärkte für hochwertige regionale Produkte, will dem Preisdruck großer Handelsketten und der Landflucht entgegenwirken und Kleinbauern ein regelmäßiges Einkommen ermöglichen.

Ingwer in Permakultur – Alternative zum Flächenverbrauch

Die PuroVerde eG setzt zum Erreichen dieses Ziels auf eine naturnahe Landwirtschaft die nach den Prinzipien der Permakultur geplant wird. Nach diesen Prinzipien werden Nährstoffkreisläufe genutzt, um auf der Basis gesunder Pflanzen hochwertige Produkte zu erzeugen.

Darüber hinaus soll die Wertschöpfungskette für alle Bereiche – vom Boden, über das Saatgut, den Anbau, die Verarbeitung, Logistik bis zur Vermarktung der Produkte – aufgebaut und erweitert werden.

Gleichzeitig schafft die PuroVerde eG mit Hilfe neuester Technologien effiziente und innovative Strukturen in den Bereichen Kommunikation, Entscheidungsmanagement, Finanzen und Entwicklung. Denn eins ist für uns klar: Nur eine moderne IT-basierte Unternehmensstruktur kann es im 21. Jahrhundert schaffen, eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft gegenüber der industriellen Landwirtschaft konkurrenzfähig zu machen.

Seit die PuroVerde eG ihre Arbeit aufgenommen hat, haben wir den Fokus auf unser Leitprodukt, den Bio-Ingwer, gesetzt.

Mit dem Ziel der Übertragbarkeit unserer wertvollen Erfahrungen, die wir bislang bei der Produktion des Ingwers gewonnen haben, leisten wir beispielgebende Pionierarbeit. Sie soll dazu führen, weitere Produkte wie Pfeffer, Maracuja, Gandul und Zitronengras in einem permakulturellen System anzubauen und costaricanische Kleinbauern in die Produktion zu integrieren.

Der Weg des PuroVerde Ingwers – Vom Saatgut bis zum Markt

Die PuroVerde eG arbeitet mit vier Produktionsstufen, die ein Produkt durchläuft, bis es bei den Kunden auf dem Tisch liegen kann.

Saatgut

Kern eines gesunden Bio-Ingwers, der nicht nach jedem Zyklus ein neues Beet benötigt, ist keimfreies Saatgut. Selbst in Bioqualität ist es schwierig keimfreies Saatgut zu bekommen. In Costa Rica betreibt die PuroVerde eG ein kleines Labor in Kooperation mit der Universidad de Costa Rica – San José. In diesem Labor werden in Vitro gesunde Ingwerpflänzchen herangezogen. Häufige Laboranalysen stellen sicher, dass der Ingwer gesund ist.

Das hochwertige Saatgut aus dem Labor wird mittlerweile auch von anderen lokalen Biobauern nachgefragt, die Probleme mit krankem Biosaatgut haben. So etabliert sich die PuroVerde eG vor Ort als ein Pionier in der ökologischen Landwirtschaft. Zudem können die Kosten der Saatgutproduktion durch den Verkauf teilweise gedeckt werden.

Anbau im Gewächshaus

Nach der Laborphase kommen die Pflanzen direkt in ein Gewächshaus, welches sich auf der Finca Rio Cuarto befindet. Auf Rio Cuarto baut auch unser Partner Cuna nachhaltige Zierpflanzen an. Im Gewächshaus können die jungen Ingwerpflanzen in kontrollierter Umgebung in einem Substratbett ihre Wurzeln ausstrecken und gewöhnen sich an das tropische Licht. Insgesamt verbringen sie drei Monate in Labor und Gewächshaus.

Grundsätzlich benötigt Ingwer 9 Monate bis er geerntet werden kann. Im ersten Drittel entwickelt sich die Pflanze, im zweiten Drittel wachsen die Wurzeln und in den letzten drei Monaten bildet sich das Ingwerrhizom und damit die Knolle, die wir so gerne für Tee oder zum Kochen verwenden.

Da unser Ingwer die ersten drei Monate in Labor und Gewächshaus verbringt und von daher eine um 3 Monate verkürzte Wachstums- und Entwicklungsphase auf dem Feld hat, zeigte sich bei früheren Anbautests, dass die Ingwerrhizome zum Erntezeitpunkt noch unterentwickelt waren.

Daher sahen wir uns veranlasst, einen zusätzlichen Produktionsschritt einzulegen: nach dem Gewächshaus kommt der Ingwer zunächst noch für zehn Monate in ein Saatbeet. Hier, in “richtiger” Erde, wächst die Pflanze ohne Stressfaktoren weiter und bildet pro Pflanze ca vier kräftige “Wurzelsamen”.

Und auch dabei konnten wir wegweisende Erfahrungen sammeln: Aus einer Ingwerpflanze im Saatbeet werden drei bis vier neue abwehrstarke Ingwerpflanzen gewonnen, die dann direkt auf dem Feld angepflanzt werden können. Dort beginnen sie ihren neunmonatigen Wachstumszyklus und bilden am Ende große, saftige – und damit wertvolle – Rhizome.

Und auch dabei konnten wir wegweisende Erfahrungen sammeln: Aus einer Ingwerpflanze im Saatbeet werden drei bis vier neue abwehrstarke Ingwerpflanzen gewonnen, die dann direkt auf dem Feld angepflanzt werden können. Dort beginnen sie ihren neunmonatigen Wachstumszyklus und bilden am Ende große, saftige – und damit wertvolle – Rhizome.

Momentan hat die PuroVerde eG fünf Hektar mit Ingwer in einem Permakultursystem bepflanzt. Die Felder befinden sich ebenfalls auf der Finca Rio Cuarto. So sind kurze Wege gegeben und die Finca hat aufgrund der Zierpflanzen eine voll ausgestattete Halle mit Kühlraum, um den Export vorzubereiten.
Der Ingwer wächst in einem Pflanzverbund mit Straucherbesen (Gandul), Buschbohnen und Zitronengras. Die Straucherbsen spenden Schatten und Nährstoffe, das allopathische Zitronengras schützt den Ingwer vor Krankheiten und die Buschbohnen bilden eine grüne Schutzbarriere und schaffen Lebensraum für Insekten.
Als Dünger wird eigens hergestellter Wurmkompost verwendet. Dieser wird auch lokal bei anderen Bauern immer beliebter, so dass daraus eine eigene kleine Wurmkompost Produktion entstanden ist.

Logistik & Vermarktung

Auch für die Produktionsstufen der Logistik und der Vermarktung kann die PuroVerde eG schon auf vorhandenes Wissen im Projektverbund FuturoVerde zurückgreifen. Durch den kontinuierlichen Export eigener Zierpflanzen und den testweisen Export von Ingwer konnten die zentralen Schritte des Import/Exportes von tropischen Produkten in die EU erprobt und die daraus resultierenden Erfahrungsprozesse dokumentiert werden.

In Europa haben mehrere Besuche bei Kunden und auf Messen stattgefunden um Informationen sowie Vorabsprachen zu Preisen, Abnahmemengen, Qualität, Lieferzeiträumen und Transportbedingungen einzuholen.

 

Wer ist die PuroVerde eG, und wie setzt sie sich zusammen?

Was macht die Genossenschaft – und welches Ziel verfolgt sie?

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Ideen pflanzen

Neue Ideen der Aufforstung, Landwirtschaft und Finanzierung sind die Basis für nachhaltige Entwicklung.

Wirtschaft ändern

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Zukunft ernten

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