Unser Ansatz – über Umwege zum Ziel

Wir sind im Jahre 2015 als Genossenschaft mit der Vision angetreten, ein bürgerbeteiligtes Unternehmen zu sein, das nachhaltige Landnutzung selbst betreibt, beauftragt und fördert.
Mit dem Aufbau von nachhaltigen Wertschöpfungsketten zwischen Erzeugern und Verbrauchern möchte die Genossenschaft innovative Lösungen für eine gerechte Verteilung von Ressourcen schaffen. Konkret wollen wir diese Vision umsetzen, indem wir in Costa Rica tropische Erzeugnisse durch nachhaltige Produktion in Waldfeldbau und Permakultur anbauen und vermarkten.

Mittlerweile sind wir um viele Erfahrungen reicher!
Wir haben gelernt, dass bei der erfolgreichen Umsetzung unseres anspruchsvollen Konzeptes häufig unplanbare Hindernisse auftauchen. Unsere tägliche Arbeit besteht darin, sie zu überwinden, indem wir situativ angepasste Lösungen dafür entwickeln. Wir begreifen diesen Prozess als fruchtbares Lernen und Herausforderung zum flexiblen, unkonventionellen Handeln.

Beispiel Bio-Ingwer: durch kreative Lösungen zum Erfolg

So mussten wir bspw. Ende 2016 bei den ersten Versuchsreihen unseres Bio-Ingwers einen Rückschlag hinnehmen, als wir gekauften Bio-Dünger auf einem Feld verwandten, der – ebenso wie gekauftes Ingwer-Saatgut – mit dem Bakterium Ralstonia infiziert war. Das hatte zur Folge, dass die daraus resultierende Ingwer-Ernte komplett entsorgt werden musste.
Welche kreativen Lösungen wir als Konsequenz aus dieser Erfahrung entwickelt haben, um gesundes und widerstandfähiges Ingwer-Pflanzgut auf unseren Feldern auszubringen, lesen Sie am besten hier:

 

Die Ingwer-Wertschöpfungskette als Basis für Mehr…

Für uns ist elementar, zunächst mit unserem Pilotprodukt Bio-Ingwer eine komplette und funktionierende Wertschöpfungskette aufzubauen – vom Boden, über das Saatgut bis hin zur Vermarktung über den Großhandel und an Sie als Endkunden. Diese Wertschöpfungskette soll transparent und nachverfolgbar sein.
Erst wenn dieser komplexe Vorgang reibungslos funktioniert wollen wir mit dem gewonnenen Know-How, im zweiten Schritt, den anspruchsvollen Bio-Ingwer mit weiteren tropischen Erzeugnissen wie Pfeffer, Zitronengras und Feldfrüchten kombinieren. Ab diesem Produktionsschritt sollen auch Kleinbauern “mit ins Boot” geholt werden.

Schritt für Schritt zum Ziel

Die auftretenden Schwierigkeiten und deren Lösung sind inzwischen organischer Teil unserer Arbeit, der projektspezifische Erkenntnisse mit sich bringt, denn vieles dabei ist tatsächlich Pionierarbeit und Grundlagenforschung. Um Risiken zu minimieren, testen wir verschiedene Verfahren, bevor wir in die großflächige und damit finanziell aufwändigere Produktion gehen. All dies ist die Voraussetzung für das erfolgreiche Gelingen unseres Geschäftsmodells.
An diesem Ziel arbeiten unsere Teams in Costa Rica und Deutschland derzeit mit hoher Motivation. Dieser Arbeitsansatz ist jedoch auch zeitintensiv, versursacht entsprechende Kosten und erfordert einen hohen Personaleinsatz.

Spannungsfeld rund um das “optimale Produkt”

Die Erzeugung unserer tropischen Produkte befindet sich in einem herausfordernden Spannungsfeld: Unsere Mitglieder formulieren Wünsche an ein hochwertiges Bio-Produkt, das unter ökologisch nachhaltigen Bedingungen erzeugt wird und dem Ansatz von sozial gerechter Verteilung und Fairness folgt. Unsere Teams arbeiten gleichzeitig mit hohem Anspruch daran, das Genossenschaftskonzept in die Tat umzusetzen. Damit bewegen wir uns im Spannungsfeld von Erwartung, Anspruch und den Realitäten unserer täglichen Arbeit. Hier sind wir fortwährend dabei, die Balance zwischen den 3 Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales herzustellen und neu auszurichten – mitunter stehen sie jedoch im Gegensatz zueinander…

Transparente Kommunikation über Höhen und Tiefen

Wir wollen mit unseren Mitgliedern über eine transparente Kommunikation verbunden sein. Wir möchten Ihnen von unserer Entwicklung neuer Herangehensweisen und Produktionsverfahren berichten, die bisweilen auch von “Versuch und Irrtum” begleitet ist oder deren Erfolg manchmal schlicht nicht in unseren Händen liegt. Diese langwierige, mitunter mühsame Facette unserer Arbeit wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.
Denn sie ist die andere Seite der Medaille, wenn es darum geht Ihre und unsere Ziele für die PuroVerde eG zu verwirklichen!

UNSERE LANDWIRTSCHAFT – STABILITÄT DURCH DIVERSITÄT

Die PuroVerde eG möchte die industrielle tropische Landwirtschaft, die bisher auf Flächenverbrauch und Ressourcenausbeutung setzt, buchstäblich von der Wurzel her verändern. Unsere Strategie besteht darin, zwei sich ergänzende naturnahe Konzepte zu kombinieren: Permakultur und Waldfeldbau.
Diese Anbauphilosophie bietet gleich zwei Vorteile: Wir nutzen konsequent die natürliche Pflanzen- und Tiervielfalt für die Fertigung hochwertiger Produkte. Gleichzeitig wächst auch ein Anbausystem, das gesund und widerstandsfähig ist.

  • Erzeugung und Handel aus einer Hand Mit der PuroVerde eG möchten wir land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse anbauen, aber auch verarbeiten, veredeln und über Kooperationen mit dem Biohandel direkt an Endverbraucher vermarkten.
    Hiermit können wir die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, wovon nicht nur die Mitglieder, sondern auch die Produzenten vor Ort profitieren.
  • Das rechnet sich für alle Durch den Verkauf frischer oder weiter verarbeiteter Produkte an den Bio-Handel und im Direktvertrieb erwirtschaftet die PuroVerde eG Überschüsse. Unternehmensgewinne dienen zum Teil als Rücklage für Ernteausfälle und Preisschwankungen.
  • Ökologisch und sozial wirksam Der Anbau in Permakultur und Waldfeldbau trägt direkt zur Verbesserung der Böden und der Wasserqualität bei und schützt gleichzeitig Biodiversität und Klima.
    Die PuroVerde eG schafft langfristige Arbeitsplätze und Marktzugänge für Kleinbauern. Das fördert die regionale Wertschöpfung im ländlichen und benachteiligten Norden Costa Ricas.

Permakultur – weil es die Natur am besten weiß

Durch den Anbau in Permakultur wird die Diversität in Agrarökosystemen erhöht und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Umwelteinflüssen gestärkt. Der Erhalt der natürlichen Ressourcen steht dabei an oberster Stelle, denn nur so kann die Ertragsfähigkeit und Fruchtbarkeit der Böden langfristig gesichert werden.

Das erste Produkt der PuroVerde eG, das nach permakulturellen Richtlinien geplant und angebaut wurde, ist der Bio-Ingwer: Auf der Finca Río Cuarto wird er sukzessive bis auf 20ha Fläche angepflanzt, sodass in regelmäßigen Abständen geerntet werden kann.

Kern des permakulturellen Designs ist die sorgfältige Prüfung der lokalen Klima-, Vegetations- und Bodenbedinungen und die Anpassung des Anbaus daran. Der Bio-Ingwer wächst demnach auch nicht alleine, sondern wird mit einer vielfältigen Begleitvegetation versehen, die durch die Interaktionen miteinander ein landwirtschaflich produktives Ökosystem ergeben. Zum Beispiel sorgen Strauchbohnen sorgen für Nährstoffeinbringung in den Boden und Kräuter wie Rosmarin, Vetiver und Zitronengras sorgen dafür, dass der Ingwer vor Krankheiten und Schädlingen geschützt wird.

„Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie, der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“

Bill Mollison, Begründer der Permakultur

Was ist das Besondere an unserer Landwirtschaft?

  • Aufbau von Lebensraum Wald durch Permakultur und Waldfeldbau
  • Diversität und Widerstandsfähigkeit durch Permakultur
  • Bodenverbesserung, Erosions- und Klimaschutz durch Waldfeldbau

Vorteil: Unseren Anbau planen wir gemeinsam mit internationalen Agrar-, Permakultur- und Forstexperten. Im Waldfeldbau nutzen wir die mehrjährige Erfahrung von Puro Verde Paraiso Forestal S.A.

Wald und Feld gemischt: Waldfeldbau

Waldfeldbau, auch Agroforstsystem genannt, ist eine Besonderheit der PuroVerde eG.

Durch unser Schwesterprojekt BaumInvest, mit dem insgesamt rund 1500 ha in tropischem Mischwald aufgeforstet wurden, haben wir einen hervorragenden Partner für diese außergewöhliche Art des Anbaus. Hier können wir die Flächen zwischen den Bäumen nutzen, um Nutzpflanzen anzubauen. Diese Anpflanzung in Mischkultur erzeugt positive Wechselwirkungen, sowohl für die Bäume, als auch für die Nutzpflanzen, in Bezug auf Wachstum, Krankheitsresistenz und Bodenfruchtbarkeit.

Neben ersten Probepflanzungen von Maniok, Taro, Maracuya und weiteren, wurde Ende 2015 erstmals der Ingwer zwischen den Bäumen von BaumInvest 3 im Norden von Costa Rica auf der Finca Cuatro Bocas angepflanzt. Dieser bio-zertifzierte Ingwer wird z.B. zusammen mit anderen ausgewählten Zutaten zu unserem Ingwer-Mehrfruchtsaftgetränk GingerVerde werden.

Ideen pflanzen

Neue Ideen der Aufforstung, Landwirtschaft und Finanzierung sind die Basis für nachhaltige Entwicklung.

Wirtschaft ändern

Transformationeffekte für Wirtschaft und Gesellschaft bewirken und langfristige Perspektiven schaffen.

Zukunft ernten

Der Plattform beitreten und mitgestalten, um das Plus für kommende Generationen zu verwirklichen.